Plausibilitätsprüfungen

Die Plausibilitätsprüfung hilft sicherzustellen, dass die erfassten Betriebsdaten korrekt sind und mit glaubwürdigen Nachhaltigkeitsbenchmarks übereinstimmen. Dieser Prozess validiert die Daten zum Energieverbrauch und kennzeichnet alle unplausiblen Werte zur weiteren Prüfung.

Wie die Plausibilitätsprüfungen funktionieren

Was wird geprüft?

Plausibilitätsprüfungen beziehen sich auf Daten zum Energieverbrauch (Strom und Heizung) und folgen zwei Validierungsansätzen:

  1. Jahresvergleich (YoY): Vergleicht neu eingegebene Werte mit Daten aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

  2. Benchmark-Tests: Vergleicht neue Daten mit vordefinierten oberen und unteren Grenzwerten basierend auf Gebäudetyp und Beschaffungsmethode (Vermieter, Mieter oder nicht spezifizierter Strom).

Wenn einer der Prüfungen nicht bestanden wird, wird die Daten als ‚potenzielles Problem‘ markiert.

Hinweis

Der Plausibilitätsstatus eines operativen Messdateneintrags wird strikt durch die Berechnung zugewiesen und kann vom Benutzer nicht geändert werden.

Plausibilitätsprüfungsprozess

Schritt 1: Datenvorbereitung

Vor der Durchführung einer Plausibilitätsprüfung werden alle energiebezogenen Betriebsdaten (OpMs) basierend auf ihrem Untertyp und Zweck in Strom und Heizung gruppiert. Sie werden dann auf monatlicher Ebene aggregiert oder aufgeteilt und für Leerstand normalisiert. Dies stellt sicher, dass niedrige Werte nicht fälschlicherweise markiert werden.

Schritt 2: Strom-Plausibilitätsprüfung

Für die Stromdaten umfasst die Plausibilitätsprüfung:

  • YoY-Prüfung: Wenn der absolute Unterschied zum Vorjahr 40 % übersteigt, wird der Wert als ‚potenzielles Problem‘ markiert.

  • Benchmark-Test: Die Verbrauchsintensität wird basierend auf der Brutto-Grundfläche (GIA) berechnet und mit einem Korrekturfaktor angepasst. Wenn der Wert außerhalb der Grenzwerte liegt, wird er als ‚potenzielles Problem‘ markiert.

Die Grenzwerte variieren je nach Gebäudetyp und Beschaffungsmethode (Vermieter, Mieter, nicht spezifiziert). Zum Beispiel:

Gebäudetyp

Mieter-Strom (kWh/m2/Monat)

Vermieter-Strom (kWh/m2/Monat)

Wohnung

0.560 - 40.356

0.067 - 26.808

Büro

0.155 - 20.456

0.178 - 20.740

Einzelhandel

0.304 - 50.067

0.200 - 20.567

*Die unteren und oberen Grenzwerte wurden unter Verwendung des 1%- und 99%-Quantils der bestehenden Betriebsdaten von BuildingMinds-Kunden abgeleitet. Wenn Strom zum Heizen verwendet wird (z.B. Wärmepumpen), gelten die Wärmeplausibilitätsprüfungen.

Schritt 3: Heizungs-Plausibilitätsprüfung

Für Heizzahlen:

  • Option 1: YoY-Prüfung vergleicht monatliche Heizungsverbrauchswerte mit denen des gleichen Monats im Vorjahr, angepasst an die Heizgradtage (HDD). Wenn der Unterschied 40 % übersteigt, wird er als ‚potenzielles Problem‘ markiert.

Hinweis

Im YoY-Check können nur operationale Messungen, die den Benchmark-Test bestehen, als Grundlage für den Vergleich verwendet werden.

  • Option 2: Der Benchmark-Test vergleicht die monatlichen Werte mit den angepassten Grenzwerten basierend auf den lokalen Klimabedingungen und HDD-Skalierungsfaktoren. Wenn der Wert außerhalb der erwarteten Grenzwerte liegt, wird er als ‚potenzielles Problem‘ markiert.

Zum Beispiel verwenden Heizbenchmarks jährliche Skalierungsfaktoren basierend auf HDD-Daten von Eurostat und EU-Forschungsprojekten. Die Methode stellt sicher, dass Variationen in der Isolation und Heizleistung über die Regionen hinweg berücksichtigt werden.

Schlussfolgerung

  • Plausibilitätsprüfungen verhindern, dass falsche Energiedaten die Nachhaltigkeitsberechnungen beeinflussen.

  • Die Werte werden sowohl an YoY-Trends als auch an Benchmark-Bereichen getestet. Wenn keine vorherigen Daten für eine YoY-Prüfung vorliegen, wird nur der Benchmark-Test für die Plausibilitätsprüfung verwendet.

  • Strom- und Heizungsprüfungen passen sich an die Beschaffungsart, den Gebäudetyp und die lokalen Klimabedingungen an.

  • Zukünftige Updates werden die Erkennung und Klassifizierung unplausibler Daten verbessern.